Jens Detmold

Der Weg ist das Ziel

“Als ich vor vielen Jahren von Deutschland nach Namibia kam, um meinem Onkel auf der Farm zu helfen, war das Leben froh und frei. Kurze Zeit später kam die Unabhängigkeit und Namibia wurde eine Republik. Ich arbeitete viele Jahre als Farm- und Hotelmanager in vielen Teilen des Landes bis ich nach Swakopmund zog. Hier begann ich hinter den Vorhang zu schauen, als ich die Elendsviertel besuchte und sah, dass es Menschen gibt, die durch fehlende Ernährung und fehlende Bildungsmöglichkeiten von der Hand in den Mund leben. Ich begann mich zu engagieren: im Kirchenrat und vor Ort in den sozialen Projekten. Heute fahre ich nahezu jeden Tag in die Armenviertel Mondesa und DRC, wo es weder Wasser noch Strom gibt. Meine größte Freude ist zu sehen, dass junge Leute aus Deutschland sich hier engagieren, um die Not zu lindern, obwohl sie das gar nicht machen müssten.

Als Vertrauensperson des Deutschen Roten Kreuzes in Namibia, lernte ich vor Jahren Malina, Volkan und Theresa kennen. Sie arbeiteten alle im DRC School Project & Community Center in Swakopmund. Ich merkte schnell, dass diese Freiwilligen mehr wollten als unterrichten. Das sah ich daran, dass sie auch in ihrer Freizeit damit beschäftigt waren Spenden bei hiesigen Geschäftsleuten aufzutreiben, um den Schulbetrieb im Township aufrechtzuerhalten und zu versorgen. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland haben sie die Kinder nicht vergessen. Sie gründeten einen gemeinnützigen Verein, der das Ziel hatte die Kinder hier mit Lehrräumen, Lehrmittel, Wasser, Strom und Essen zu versorgen. Sie wollten kostenlosen Zugang zu Bildung für alle. Das ist eine große, schwere Aufgabe, sowie sie gleichzeitig in Deutschland wohnten und ihr eigenes Leben aufbauen mussten.

Im Laufe der Jahre haben sie mit Spenden und der gezielten kontrollierten Einsetzung dieser hier vor Ort sehr viel erreicht. Ihre Hilfe kommt direkt an. Ich möchte mich hiermit bei Theresa Rhode, Malina John und Volkan Sazli für die andauernde und nachhaltige Hilfe herzlich bedanken. Ohne Bildung gibt es keine Zukunft für die armen Menschen in Namibia. Auch in der Corona-Krise kam die Hilfe sofort und ich war zu Tränen gerührt.

Es ist ein langer Weg, den die drei gehen, aber der Weg lohnt sich. Und ich unterstütze sie dabei, solange ich kann.”